Estragon: Wir finden doch immer was, um uns einzureden, daß wir existieren, nicht wahr, Didi?
Wladimir ungeduldig: Ja, ja, wir sind Zauberer.“
Samuel Beckett: Warten auf Godot, 1952


In der Ausstellung Nachtodog setzt Martin Städeli seine Arbeit an lebensgroßen, aus dem Selbstbildnis entwickelten Figurationen und Erzählungen fort. Er lenkt sein Augenmerk, in der Fortsetzung der bei GMÜR (Zirkus, Manege) und COMA (Zauberer/Gärtner) entwickelten Thematik der Verwandlung des Selbstbildnisses in eine sich selbst generierende, sich im Prozess der Selbstgenerierung befindende und diesen Prozess beobachtende „Clownfigur, auf das Thema Godot-Todog (Theater, Bühne).

Er setzt damit seinen sensuellen Diskurs über diverse Persönlichkeitsspielformen, über Ichausweitung, -entgrenzung, –verwandlung und –differenzierung fort. Das typologische Repertoire umfaßt Figuren wie Clown, Godot, Greis, Gärtner, Zauberer, Zwerk, Orang Utan oder Spatz. Thematisiert werden aber auch Abstrakta wie Familie, Tod, Spiegelung, An-, Abwesenheit, Selbst, etc..

Die Installation beschäftigt sich mit den Themen das Selbst und das Andere, die Erzählung vom Ich und vom Du, die Erzählung zur An- und Abwesenheit des oder eines Selbst, bzw. eines Anderen.
Die Verdoppelung im, oder als Spiegel, Verdoppelung, Spiegelung im Gegenüber, etc. ist ein wesentliches Element in Städelis Arbeit. Es geht dabei um Trennen, Verschmelzen, Untersuchen, Beobachten, Entstehenlassen, Eingreifen, Aufbauen, Zerstören, etc.. Es geht um das Insichsein und das Aussersichsein, in der gleichen Figur, der gleichen Sache.

Der Titel des Ausstellung ist ein verbales Recyclingprodukt aus „Nach und Godot/Todog“.

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